Jens Fahrenbruch erhält B-Lizenz für den Mehrkampf

Vom 7. bis zum 12. März 2017 fand in Koblenz der Trainer-Lehrgang für die
DOSB-B-Lizenz Mehrkampf statt.



Der LVR-Lehrreferent für den Leistungssport, Oliver Götz, hatte ein
hochkarätiges Referenten-Team zusammengestellt. Kein Wunder also, dass
nicht nur Trainer aus dem Rheinland sich für die Ausbildung angemeldet
hatten. 22 Teilnehmer aus sieben Leichtathletik-Landesverbänden hatten an
den sechs Lehrgangstagen ein volles Programm mit vielen spannenden Themen.
Eröffnet wurde der Vortragsteil durch Dr. Wolfgang Killing, der früher als
Bundestrainer aktiv war und heute die Trainerakademie in Mainz leitet. Dr.
Killing ist ein bekannter Name unter den Leichtathletik-Trainern in
Deutschland, nicht zuletzt durch seine unermüdliche Publikationstätigkeit.
Seine Themen in Koblenz waren die Trainingsplanung, sowie der Hoch- und
Weitsprung. Er legte in seinen Vortragsteilen immer wieder Wert auf die
Stellung der einzelnen Disziplinen im Mehrkampf. Dr. Killing belegte seine
Aussagen durch reiche Erfahrungen in der Leichtathletik und konnte stets
Zahlen und Fakten präsentieren. Die Teilnehmer folgten Killings
Ausführungen sehr aufmerksam und konnten viel von seinem Vortrag mitnehmen.

Als weiterer Referent war der LVR-Verbandstrainer Sprung/Mehrkampf, Jörg
Roos, zum Lehrgang eingeladen worden. Der "Trainer des Jahres 2015" betreut
u.a. den Weltklasse-Zehnkämpfer Kai Kazmirek. Für Roos lag nach Dr. Killing
die Messlatte hoch. Doch auch er begeistere die Lizenzanwärter in jeder
Minute seines Vortrags. Die Entwicklung von Schnelligkeit und
Schnelligkeitsausdauer und das Krafttraining waren seine
Themenschwerpunkte. Nur auf der Basis eines Aufbaus der Schnellkraft seien
höchste Erfolge im Mehrkampf realisierbar, so sein Credo. Der erfahrene
Sport-Physiotherapeut Gilani Lück, der nicht nur Referent, sondern auch
Teilnehmer im Kurs war, riss durch seine praxisnahen Übungen seine Kollegen
im Kurs mit. Training mit der Langhantel als Basis des Kraftaufbaus wurde
ergänzt von einem kleinen Universum an Übungen zum allgemeinen athletischen
Aufbau und zur Ganzkörperkräftigung. Auch Oliver Götz, Sportwissenschaftler
und Physiotherapeut, hatte wie gewohnt viele tolle Übungen und Anregungen
auf Lager, die in ein erfolgreiches Mehrkampf-Training eingebaut werden
können.

Für den Stabhochsprung war Thomas Weise von der Werra aus angereist. Er ist
seit Jahrzenten Disziplintrainer für Stab und hat schon Weltklassesportler
betreut. Die angehenden Zehnkampftrainer bekamen einen Leitfaden an die
Hand, wie der Stabhochsprung in das Zehnkampftraining integriert werden
kann. Seitens des Landessportbundes wurden die Themen sexualisierte Gewalt,
Integration und Inklusion mit den Teilnehmern erarbeitet. Fast alle aus dem
Kurs waren der Meinung, dass Sport ein hervorragendes Mittel für Inklusion
und Integration sei, wenn dies auch im Leistungssport nur äußerst schwer zu
leisten sei. Thomas Braun aus Bad Kreuznach, der Entdecker des
Speerwurfweltmeisters Matthias de Zordo, behandelte die im Mehrkampf
beinhalteten drei Würfe Speer, Kugel und Diskus. Den Abschluss der
Lehrgangswoche machte der Honorartrainer Robert Schieferer vom Hessischen
Leichtathletik-Verband, der einen ganzen Tag dem Sprint und Hürdensprint in
Theorie und Praxis widmete. Im Hürdenlauf kam er immer wieder auf die
Bedeutung von Schrittstruktur und -rhythmus zu sprechen und gab wertvolle
Hinweise zur Integration des Sprints in den langfristigen Aufbau der
Mehrkämpfer.


Ein wesentlicher Bestandteil zum Bestehen der Trainerausbildung war nicht
nur die Präsenzphase, die geprägt war durch die theoretischen und
praktischen Anteile im März, sondern auch eine aus mehreren Teilen
bestehende Hausarbeit, in welcher die Teilnehmer/Innen unter Beweis stellen
mussten, dass sie das Vermittelte planerisch entwickeln, anwenden und
umsetzen können. In der bis Ende Oktober abzugebenden Hausarbeit war durch
die Lizenzanwärter ein Praxisteil zu protokollieren, 3 exemplarische
Trainingseinheiten mit den Schwerpunkten Koordination, Kondition und
Technik sowie eine Trainingsplanung für ein ganzes Jahr und dezidierte
Trainingsplanung über 6 Wochen zu erstellen.


Unter den 22 Lizenzanwärtern auch Jens Fahrenbruch vom SV Blau-Gelb Dernau
1922 e. V., der nach Bestehen am 19. November die B-Lizenz für den
Mehrkampf von Oliver Götz überreicht bekam.

Fazit: Ausbildungen und Weiterqualifikationen der Trainer habe auch immer
etwas Positives für die Athletinnen und Athleten und deren Training.